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9. Die neue evangelische Kirche und ihr Friedhof


Autor und Fotos: Hartmut Geißler



Ansicht von Süden im Sommer 2008; Foto: Gs


Das im Volksmund oft auch „Selztaldom“ genannte Gotteshaus wurde gut sichtbar am Ortsrand errichtet und prägt weithin die Ortssilhouette. Es stellt ein Zeugnis der evangelischen Kirchenbaukunst des späten 19. Jahrhunderts dar.

1888 nach nur knapp zweijähriger Bauzeit im neoromanischen Stil errichtet, knüpft die Kirche ganz bewusst an die Geisteshaltung der damaligen Zeit an. So verkündeten die Inschriften der ersten Glocken sakral-vaterländische Losungen der beiden letzten deutschen Kaiser.

Die äußeren Baumaterialien stammen weitgehend aus der Region. Kräftige Kalksteinquader wechseln mit stark gemaserten Sandsteinelementen. Über der Vierung des kreuzförmigen Grundrisses erhebt sich ein Oktogon. Die massive Eingangstür ziert ein liegendes Lammrelief auf dem Buch mit den 7 Siegeln.

Zur edlen Innenausstattung zählen vor allem die farbkräftigen Bleiverglasungen der großen Rosetten des Querschiffes und der Chorfenster, hochgespannte Triumphbögen mit den Tierkreiszeichen (!) und eine sehr plastisch wirkende Holzkassettengestaltung der Decke im Längsschiff.

Auf dem Hauptweg des Friedhofes befindet sich ein recht eigenwillig gestaltetes Veteranendenkmal für die napoleonischen Feldzüge, 1844 gestiftet von den Groß-Winternheimer Veteranen und den hinterbliebenen Familien für die Kriegsteilnehmer, die in ganz Europa und darüber hinaus herumgekommenen waren.

Einige zählen stolz ihre Einsatzorte auf, darunter den fürchterlichen Übergang über die Beresina (Bjarezina in Belorussland) am 19. Oktober 1812.

Das Veteranendenkmal mit der Kirche im Hintergrund; Foto: Gs

 

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Gs, erstmals 25.02.06; Stand: 02.11.20