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Die katholische Kirche "St. Johannes Evangelist" in der Oberhofstraße


Autor und Fotos: Hartmut Geißler
nach dem Text der Stationstafel
und Informationen des Küsters Willi Huster

Stationstafel:

Von einem östlich ausgerichteten Vorläuferbau des 10. Jahrhunderts blieb allein der zum heutigen Schiff verschoben positionierte romanische Turm gut erhalten. Ursprünglich nur etwa ab halber Höhe über Leitern zu besteigen, diente er in seiner markant trutzigen Architektur als kombinierter Flucht-, Wach- und Glockenturm.

Das neuzeitlich barocke Gotteshaus zählte einst zu den geräumigsten im unteren Selztal, ausgestattet mit farbenprächtigen Glasmalereien, einer der letzten originalen Kohlhaaß-Orgeln (von 1769) und zwei Altären.

Der große Hauptaltar stammt aus einer untergegangenen Stadecker Kirche.

Dekorative Grabplatten im Innen- und Außenbereich zeigen, vergleichbar den Ober-Ingelheimer Verhältnissen, das Vorrecht des Adels auf einen Bestattungsplatz unter direktem sakralen Schutz an. Das Patronat lag schon früh in Händen der Trierer Reichsabtei St. Maximin, zu dem auch die Propstei Pfaffenhofen bei Schwabenheim gehörte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ältestes Inventar dürfte ein wuchtiger monolithischer Opferstock sein, bei dem es sich möglicherweise um ein Säulenfragment aus der Nieder-Ingelheimer Kaiserpfalz handelt."  - (Texttafel Nr. 6)

 


Im Kirchenführer von 2004 ("1000 Jahre Katholische Kirche St. Johannes Evangelist") von Willi Huster befindet sich ein Lageplan der Vorgängerkirche und der heutigen Kirche.

Man sieht daran, dass die alte Kirche von 950 in einem anderen Winkel gebaut war, in Ost-West-Richtung, und dass sich ihr Chor sogar bis in die heutige Straßenflucht erstreckt hatte. Die alte Kirche war zwar 1425 durch ein Feuer zerstört worden, ist aber 1476 im selben, zum Turm (schraffiertes Quadrat) passenden Winkel wieder aufgebaut worden.

In den Jahren 1760 - 64 wurde dann die heutige erheblich größere Kirche (schraffiert) im barocken Stil parallel zur Straße neu errichtet. Der von der alten Kirche übernommene Turm steht deshalb in einem ungewöhnlichen Winkel zum heutigen Langhaus.

 

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Gs, erstmals: 25.02.06; Stand: 06.03.17