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Großwinternheim (Groß-Winternheim)


Autor und Fotos: Hartmut Geißler


Großwinternheim - so die amtliche Schreibweise im Unterschied zu den älteren Stadteilen - , im Jahr 1972 der Stadt Ingelheim am Rhein beigetreten, war bis zur französischen Zeit um 1800 vor allem von Adelsgütern geprägt. Es war der dritte Tagungsort des mittelalterlichen Reichsgerichtes, wenn auch der kleinste. Wegen seiner guten Weinberge war er stets bei weltlichem und geistlichem Adel geschätzt, oft als Kapitalanlage.

Heute besteht der Ort aus zwei Teilen, dem alten Ortskern oberhalb der Schwabenheimer Straße und den Neubauten des 20. und 21. Jahrhunderts unterhalb von ihr bis zur Selz. Sie werden überwiegend von "automobilisierten" Pendlern bewohnt.

Hier ein Blick auf den Ort vom Westerberg aus (am 25.09.11):

Foto: Gs

 

Unten ein neuerer Ortsplan, auf dem der alte Ortsteil mit den historischen Sehenswürdigkeiten gelb eingefärbt ist.

Die heutige Durchgangsstraße ("Schwabenheimer Straße") unterhalb der früheren südwestlichen Wehrmauer wurde erst in den Jahren 1955/56 ausgebaut. Bis dahin musste sich der ganze Verkehr, auch Lastwagen und Omnibusse, durch die mittelalterlich-enge Dorfstraße im Verlauf der Obentraut- und Oberhofstraße zwängen!

Beim Neubau der Ingelheimer Umgehungsstraße L 428, die seit 1978 geplant wurde, wurde durch verschiedene Widerstände eine Fortführung der Umgehungsstraße auf der anderen Selzseite verhindert, sodass die von vielen Pendlern des Selztales benutzte Straße weiterhin durch den Ort führt.

Gelb markiert der alte Ortskern, von Wehrmauer und Graben umgeben; Bearbeitung: Gs


Wo die Obentrautstraße in die neue Schwabenheimer Straße übergeht, steht an der Bushaltestelle eine Informationsstele, im Jahr 2000 gestiftet von Heinfried Bettenheimer, damals Ortsvorsteher des Stadtteils Großwinternheim (†). (Siehe unten)

Auf ihr sind mit Ziffern die verschiedenen Sehenswürdigkeiten des Ortes eingezeichnet , außerdem der Verlauf der alten Wehrmauer (rot: noch sichtbar; gestrichelt: nicht mehr sichtbar). Dieser Plan ist nicht genordet, sondern oben ist Nord-Osten (s. Windrose).

Einen noch aufrecht stehenden Wehrmauerrest im Garten des Weingutes Nöth kann man von der rückwärtigen Einfahrt her besichtigen, wenn man sich vorher die Erlaubnis dazu telefonisch einholt. Die noch vorhandenen weiteren Mauerreste sind schwerer zu erreichen.


Die historischen Sehenswürdigkeiten, jeweils mit Stations-Texttafeln, sind nach der Bezifferung des vorgeschlagenen Rundganges angeordnet :

  1. Ortsbefestigung

  2. Erthaler Hof, Rathaus, Hochwassersteine

  3. Obentraut-Höfe

  4. Freier Platz

  5. Wallbrunn-Palais

  6. St. Johannes Evangelist

  7. Waltmannshausen

  8. Reformierte Kirche/Feuerwehr

  9. Evangelische Kirche und Friedhof

10. Schulen, Bullenstall und Wehrmauerverlauf

11. Flutgraben, Wehrmauerrest

12. Selztalbahnhof


Gs, erstmals: 04.01.06; Stand: 25.10.20