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Die katholische Schule in Nieder-Ingelheim


Autor: Hartmut Geißler
Dank an Peter Weiland und Reiner Letzner für erklärende Hinweise!

Ausführlich in Geißler, Volksschulgeschichte


Nach der Pfälzer Kirchenteilung von 1705 gehörte die Remigiuskirche mit einem daneben stehenden Schulhaus wieder den Katholiken allein. Das alte Schulhaus wurde nach einer Darstellung von Pfarrer Helwig 1923 im Jahr 1794 niedergelegt, weil daneben 1784 ein neues Schulgebäude über den Kellergewölben der alten Grabkapelle (Beinhaus) errichtet worden war.

Reiner Letzner vom Historischen Verein Ingelheim hat den folgenden Lageplan (GeoBasis-DE/LVermGeoRPw2013-07-23) für seine Untersuchung über die Lage des mittelalterlichen Spitals in BIG 55 koloriert und beschriftet.

Lageplan der katholischen Schulgebäude bei der Remigiuskirche (Copyright: Reiner Letzner)


Rot und braun sind die Gebäude der katholischen Schule an der Straße markiert: links, rot, das Lehrerwohnhaus, in der Mitte, braun, das Schulhaus und rechts daneben, hellbraun, der dazu gehörige Schuppen ("Schp"). Der Eingang zum Schulgelände erfolgte nicht von der Straße her, sondern durch ein Hoftor schräg rechts vom Schuppen, wo es heute noch einen kurzen Gang zwischen dem Sebastian-Münster-Denkmal und der Kirchhofmauer gibt. Deswegen wurde das Schulgrundstück in Lageplänen des 19. Jahrhunderts auch der Belzerstraße zugeordnet. Die kleineren hellbraunen Gebäude dahinter waren wohl weitere Wirtschaftsgebäude der Schule.

Alles zusammen entspricht nicht den üblichen Grundrissen für Schulgüter, sondern ergab sich wohl aus der Situation, dass man für die Schule vorhandene Gebäude nutzen wollte bzw. musste, die an der Straße lagen. Die damalige Straße war schmaler und verlief nur dort, wo im weißen Bereich "Mainzer Straße steht. Nach dem Abriss der Gebäude 1977 konnte die Straße an dieser Stelle zur Verbesserung der Kreuzungssituation verbreitert werden, indem für sie und den Bürgersteig ein Streifen des Grundstückes benutzt werde konnte, auf dem vorher die drei Häuser gestanden hatten. An der restlichen Stelle der drei Häuser gibt es heute einen Parkplatzen und den Vorplatz der Remigiuskirche.

Auf dem folgenden Foto sieht man das katholische Schulhaus am linken Bildrand, das höhere zweistöckige Gebäude. Es  lag etwas unterhalb der Remigiuskirche an der Mainzer Straße. Das Foto stammt aus dem Archiv des Historischen Vereins und zeigt den "Kleinen Markt". Es wurde 1905 vom Ansichtskartenverlag Buss & Kupfer, Kreuznach aufgenommen. Man liebte damals die dekorativ der Größe nach aufgestellten vielen Kinder. Zwischen den Kindern und der Kirche befand sich die Dorfwaage und das Fass-Eichhaus, das nach dem 1. Weltkrieg als Freibank diente. An seiner Front war ein Laufbrunnen angebracht. Die Waage war eine Unterflur-Brückenwaage mit dem üblichen Wellblech-Wiegehäuschen.

Kleiner Markt mit Remigiuskirche und links am Rand dem Schulhaus von 1905 (Foto Hist. Verein/Gs)

 

Unten (kurz vor dem Abriss 1977): Die Scheune des Schulgutes links von der Schule war im 19. Jahrhundert zu einem Lehrerwohnhaus umgebaut worden, das nach den Recherchen von Reiner Letzner auf dem Grundstück des alten Hospitals stand, für das der Vater von Sebastian Münster finanziell zuständig war.

Mit freundlicher Genehmigung von Frau Schweikard de Perez


Zur evangelischen Schule von Nieder-Ingelheim und der Nachfolgeschule für beide Schulen, der Pestalozzischule

 

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Gs, erstmals: 05.03.07; Stand: 11.02.17