Sie sind hier:   Erster Weltkrieg und Weimarer Republik > Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungsentwicklung in den drei Ingelheimer Orten von 1910 bis 1939


Autor: Hartmut Geißler

Die folgenden Daten stammen aus Ingelheim 74 und den statistischen Angaben der Stadt Ingelheim im Jahre 2006.

Die Einwohnerzahlen in den drei Ingelheimer Orten (ohne GW!) und der Stadt Ingelheim von 1885 bis 1933 (mit GW bis 2006):

Jahr Frei-Weinhein Ober-Ingelheim Nieder-Ingelheim Insgesamt/
als Stadt
1885 701 3160 2729 6590
1910 882 3479 3852 8213
1933 1183 4116 5157 10456
1939 1200 4309 5526 11035
1946 11899
1955 15078
1970 18719
1974 mit GW 22323
2006 mit GW 26355

 

Die Einwohnerzahl ist also in allen drei Ingelheimer Orten von 1910 bis 1933 erheblich angewachsen, woraus auch die immer wieder beklagte Wohnungsnot entstanden sein dürfte.

Von den Zahlen von 1910 als Basiszahl ausgehend, betrug die Steigerung in

- Frei-Weinheim:     34,0 %
- Ober-Ingelheim:   18,3 %
- Nieder-Ingelheim: 33,9 %
- zusammen:           27,3 %

Man sieht, dass die früheren Orte Frei-Weinheim und Nieder-Ingelheim, in denen sich der Großteil der Ingelheimer Industrie angesiedelt hatte, stark überdurchschnittlich wuchsen, auch in der Zeit zwischen 1910 (= vor dem Krieg) und 1933 (vor der Nazizeit und dem 2. Krieg). Industrielle Berufspendler konnten damals noch nicht so weite Entfernungen zurücklegen wie heute.

Aber auch im überwiegend agrarisch gebliebenen Ober-Ingelheim wuchs die Bevölkerung erheblich.

Dieses Wachstum Ingelheims dürfte sich aus zwei Quellen gespeist haben:

1. aus der generell wachsenden Bevölkerung des Kaiserreichs, die sich vor dem Krieg noch in einer wirklichen Bevölkerungspyramide darstellen ließ, also aus dem Geburtenüberschuss in Ingelheim selbst, und
2. aus Zuzügen von Arbeitsuchenden, z.B. aus dem Hunsrück.

Diesem Wachstum gegenüber fielen die Bevölkerungsverluste durch die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges und die der Grippeepidemie 1918 kaum ins Gewicht.

 

 

Gs, erstmals: 08.11.07; Stand: 21.02.17