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Brauerei und Malzfabrik Löwensberg

 

Autor: Hartmut Geißler
Nach Henn, Industrie-Entwicklung, und
Meyer/Mentgen, S. 196-200

 

1866 kaufte der jüdische Hopfenhändler Adolf Löwensberg die Brauerei Grell an der Mainzer Straße (s. Straße „Im Malzhof“), die Malzfabrik wurde 1890 erbaut. Die Rohstoffe (Gerste und Weizen) kamen aus dem Umland, und das Bier fand deutschlandweiten Absatz.

Später übernahm der Neffe Salomon Löwensberg die Geschäftsleitung. Er war in Ingelheim außerordentlich angesehen, politisch eher rechts („deutsch-national“), kam als Unteroffizier mit dem Eisernen Kreuz aus dem 1. Weltkrieg zurück und wurde noch 1935, also schon in der Nazizeit, mit dem Frontkämpfer-Ehrenkreuz ausgezeichnet. Vielleicht wurde deshalb seine Wohnung 1938 von Verwüstungen verschont. Aber seine Fabrik wurde enteignet.

Während des Krieges dienten die Gebäude als Heeresverpflegungslager und wurden 1950 unter Hermann Röder wieder als Brauerei in Betrieb genommen, die mit ca. 16 Mitarbeitern bis 1975 produzierte. In den 1990er Jahren wurden Wohnhäuser auf diesem Gelände gebaut.

Salomon Löwensberg wurde 1938 kurzzeitig im KZ Buchenwald gefangen gehalten, konnte aber 1941 mit seiner Familie in die USA emigrieren.

 

Gs, erstmals: 05.12.16; Stand:05.12.16