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Figurine einer fränkischen Frau aus Frei-Weinheim

 

Autor und Fotos: Hartmut Geißler

Figurine einer fränkischen Frau, rekonstruiert nach Grabfunden in Frei-Weinheim und ausgestellt im Ingelheimer Museum und in ihrer Ausstattung nach und nach ergänzt,

- mit Riemenzungen an den Leder-Schuhen,
- einer Scheibenfibel (zum Zusammenhalten des gelben Umhangs),
- einer Bulla (Amulettkapsel) mit Riemenzungen,
- mit Wadenbinden, Ohrringen, Gewandspangen,
- und mit Gürtelgehänge

Nur Metallteile haben sich noch erhalten, alles Organische (Stoffe, Leder) ist vergangen. Hätte diese Frau z.B. auch die vielfach üblichen Wadenbinden getragen, dann wären diese nur noch an metallenen Riemenzungen (und an deren Lage) nachweisbar. Die Gewandspangen sind auf dem oberen Bild noch nicht angebracht.

Ihre Scheibenfibel erhielt die Figurine endlich am 01.09.05. Fibeln funktionierten wie Sicherheitsnadeln heute, hatten aber zusätzlich Schmuckwert.

 

Im Museum ausgestellt ist auch die Replik einer besonders schönen Bügelfibel (Original im Landesmuseum Mainz), ebenfalls gefunden im Frei-Weinheimer Gräberfeld I, Grab 10 (= Tafel 15 des Ausstellungskatalogs, Nr. 2).


Astrid Wenzel
ordnet diese bronzene Fibel dem „Typ Mainz“ zu, der schwerpunktartig im nördlichen Oberrheingebiet verbreitet war und der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts angehört.

Sie ordnet daher dieses Grab 10 aus Frei-Weinheim dem ersten Drittel des 7. Jahrhunderts zu (S. 40).

 

Gs, erstmals: 28.07.05; Stand: 06.02.17