Vereinsveranstaltungen 2. Halbjahr 2018

Besuch der aktuellen Ausgrabungen der Forschungsstelle Kaiserpfalz

 

Dienstag, 07. August 2018, 17.00 Uhr

Traditionell führt der Historische Verein Ingelheim e.V. einmal jährlich eine Begehung der archäologischen Ausgrabungen im Stadtgebiet durch. 2018 sind die Archäologen der Forschungsstelle gleich an drei Fundstellen aktiv: im Hof der St. Remigiuskirche, auf dem Gräberfeld Rotweinstraße und in drei Bebauungsplangebieten an der Wilhelm-von-Erlanger-Straße.

Führung durch Holger Grewe M.A., Leiter der Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim

Treffpunkt: St. Remigiuskirche

Vortrag "Heinrich IV., der 'Canossa-Kaiser', wird in Ingelheim abgesetzt"

 

Dienstag, 28. August 2018, 19.00 Uhr

Hartmut Geißler, der für die Forschungsstelle Kaiserpfalz eine Sammlung aller lateinischen Quellen zur Geschichte der Ingelheimer Pfalz zusammengestellt hat, wird über die dramatischen Ereignisse bei der Absetzung Heinrichs IV. 1105 in Ingelheim berichten und in Übersetzung aus den originalen Quellentexten vorlesen.

Vortrag von Hartmut Geißler, Vorstandsmitglied des Historischen Vereins Ingelheim

Ort: WBZ, Raum 101

Vortrag "Welterbe Pfalz - das Beispiel Aachen"

 

Freitag, 14. September 2018, 19.00 Uhr

Vortrag von Prof. Dr. Frank Pohle, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Ort: WBZ, Raum 101

 

Traditionelle Führung am Rotweinfest-Sonntag in Heidesheim, im Auftrag der Stadt Ingelheim.

 

Sonntag, 30. September 2018, 11.00 Uhr

Im Anschluss an die Führung gibt es den traditionellen Umtrunk mit Brezel.

Führung durch Karl Urhegyi

Treffpunkt: Burg Windeck, Heidesheim

Exkursion nach Frankfurt: Historisches Museum und neue Altstadt

 

Samstag, 20. Oktober 2018, 8.15 Uhr bis ca. 17.30/18.00 Uhr

Weitere Informationen finden Sie hier.

Vortrag "Gutenbergs Bedeutung für die Welt-Mediengeschichte"

 

Mittwoch, 24. Oktober 2018, 19.00 Uhr


Stephan Füssel, Leiter des Instituts für Buchwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, stellt den aktuellen Forschungsstand zu Johannes Gutenberg und seiner Bedeutung für die Welt-Mediengeschichte vor.

 

Vortrag von Prof. Dr. Stephan Füssel, Johannes Gutenberg Universität Mainz

 

Ort: WBZ, Großer Saal

Gedenkfeier des Deutsch-Israelischen Freundeskreises und der Stadt Ingelheim für die jüdischen Opfer des NS-Regimes

 

Freitag, 09. November 2018, 18.00 Uhr

Traditionell treffen wir uns zur Erinnerung an die Reichspogromnacht von 1938.

Treffpunkt: Stele am Synagogenplatz, Ober-Ingelheim

Vortrag "Kriegsende und Revolution 1918/19 in Rheinhessen im Spiegel der Familie Boehringer"

 

Freitag, 16. November 2018, 19.00 Uhr

Das Ende des Ersten Weltkrieges und der Ausbruch der Revolution lassen sich in ihrer Wirkung auf die Bevölkerung in Rheinhessen nur schwer präzise erfassen. Er ist daher ein Glücksfall, dass die Briefüberlieferung der Familie Boehringer einen anschaulichen Einblick in das Denke und Empfinden bürgerlicher Kreise unserer Region in dieser Zeit erlaubt. Der Vortrag wird wesentliche Inhalte dieser Briefe vorstellen und sie historisch kontextualisieren.

Vortrag von Prof. Dr. Kißener, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Ort: WBZ, Großer Saal

Vortrag "Bildung am Mittelrhein um 1500"

 

Dienstag, 11. Dezember 2018, 19.00 Uhr

Im Gefolge der Reformation kam es bekanntlich zu neuen Impulsen im Bereich der Wissensvermittlung und Bildung. Dabei wird freilich oftmals übersehen, dass schon im 15. Jahrhundert zahlreiche Versuche unternommen wurden, das Bildungsniveau u.a. durch die Gründung von Schulen und Universitäten zu verbessern, so dass mit Blick auf diese Zeit von einem veritablen Bildungsaufbruch gesprochen werden kann. Die in diesem Jahr, 550 Jahre nach dem Tod Johannes Gutenbergs, in besonderer Weise in Erinnerung gerufene Erfindung der Druckkunst stellt einen Teil dieses Bildungsaufbruchs dar und hat diesen wesentlich beeinflusst. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die bis zum ausgehenden 15 Jahrhundert am Mittelrhein erreichten Bildungsverhältnisse. In Abwandlung des bekannten Diktums "ohne Buchdruck keine Reformation" formuliert der Vortragende als zugespitztes Statement: ohne Bildungsaufbruch keine Reformation.

Vortrag von Prof. Dr. Michael Matheus, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Ort: WBZ, Großer Saal

Vergangene Vereinsveranstaltungen 1. Halbjahr 2018

Vortrag "Die Reformation feiern? Religion und Politik im Europa des 16. Jahrhunderts - Folgen bis heute" 

 

Donnerstag, 25.01.2018, 19.00 Uhr

Die Reformation, die am 31.10.1517 mit der Publikation der 95 Thesen durch Martin Luther begann, hat weitreichende Folgen für Europa gehabt. Der Vortrag skizziert das zunächst rein theologische Anliegen Martin Luthers und anschließend die Art und Weise, in der seine Theologie in die zeitgenössischen politischen Debatten einbezogen wurde. Mit der Reformation wurde die Verzahnung von Religion und Politik vertieft, die Spaltung Europas festgeschrieben. Andererseits aber sind durch die Entstehung einer protestantischen Konfession frühchristliche Traditionen wiederbelebt worden, die sich gegen die starke Hierarchie der katholischen Kirche richten und die Ausbildung veränderter Formen der Frömmigkeit, der Sprache, der Erziehung, des Umgang mit heiligen Texten, der Musik und des politischen Handelns begünstigt haben. 

Vortrag von Prof. Dr. Luise Schorn-Schütte, Frankfurt

Ort: WBZ, Seminarsaal 107

Vortrag "Nur die Frau an seiner Seite? Die Kaiserinnen der Frühen Neuzeit"

 

Mittwoch, 21.02.2018, 19.00 Uhr

Sie waren dem Rang nach die ersten Frauen der Christenheit, sind aber - mit Ausnahme Maria Theresias - weitgehend unbekannt: die Kaiserinnen der Frühen Neuzeit. In dem Vortrag sollen deshalb einige Kaiserinnen näher vorgestellt und nach ihren Handlungsspielräumen gefragt werden. Denn viele von ihnen waren eben doch weit mehr als nur die "Frau an seiner Seite", die für den Nachwuchs zu sorgen hatte.

Vortrag von Prof. Dr. Bettina Braun, Mainz

Ort: WBZ, Großer Saal

Jahreshauptversammlung

 

Mittwoch, 14.03.2018, 19.00 Uhr

Ort: WBZ, Großer Saal

Vortrag „Die Straßennamen im Saal von Nieder-Ingelheim – Versuch einer zutreffenden Begriffserklärung“

 

Dienstag, 17.04.2018, 19.00 Uhr

Im Kaiserpfalzbezirk gab es in alten Zeiten noch keine Straßennamen. Das Gebiet mit der damaligen regellosen Anhäufung von Häusern und Höfen wurde im französischen Kataster aus dem Jahr 1812 mit village (Dorf) und in der Großherzoglich-Hessischen Katastervermessung für Nieder-Ingelheim aus den Jahren 1840-43 mit Im Saal bezeichnet. Bei der Aufstellung des Brandkatasters für Nieder-Ingelheim 1883 wurden alle Gebäude im Siedlungsbereich des Saal abweichend von der bisherigen durchlaufenden Nummerierung noch einheitlich der Straßennummer 11: Saal zugeordnet. Erst Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte die Untergliederung auf Grund der im neuen Ortsbauplan projektierten Ortsstraßen. Die Bezeichnung Zuckerberg bzw. Auf dem Zuckerberg, deren Bedeutung bis heute nicht vollständig geklärt ist, für einen Platz an der Südostecke der Befestigungsmauer, verwendete der Königlich-Preußische Ingenieur Hauptmann August von Cohausen 1852 in seinem Lageplan des Saalgebietes.

Vortrag von Vorstandsmitglied Rainer Letzner, Ingelheim

Ort: WBZ, Großer Saal

Vortrag „Mehr als Weihnachtsbäume, Windkraft und Würstchen: Der Ingelheimer Wald und seine archäologischen Denkmäler“

 

Mittwoch, 09.05.2018, 19.00 Uhr

Im Ingelheimer Wald, gelegen zwischen Daxweiler und Rheinböllen, wurde von der Römerzeit bis ins 19. Jahrhundert Eisen gewonnen. Neue archäologische Forschungen helfen, die mit gravierenden Umweltfolgen verbundenen Aktivitäten besser zu verstehen und historisch einzuordnen.

Vortrag von PD Peter Haupt, Mainz

Ort: WBZ, Seminarsaal 107

Vortrag: "Erfinder – Hofmann – Mainzer. Johannes Gutenberg als Patrizier im spätmittelalterlichen Mainz"

 

Mittwoch, 13.06.2018, 19.00 Uhr

Johannes Gutenberg ist im kulturellen Gedächtnis untrennbar mit der Erfindung des Buchdrucks verknüpft. Als Erfinder der „Schwarzen Kunst“ wird er vielfach geehrt – doch zu seiner Person selbst ist wenig bekannt. Als Sohn des Friele Gensfleisch zählte er jedoch bekanntermaßen zum Kreis der Mainzer Patrizier. Was aber machte patrizisches Leben in Mainz aus? Und inwiefern war Johannes Gutenberg ein typischer oder außergewöhnlicher Vertreter der führenden Mainzer Familien im 15. Jahrhundert?

Vortrag von Dr. Heidrun Ochs, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Ort: WBZ, Seminarsaal 106

Vergangene Vereinsveranstaltungen 2. Halbjahr 2017

Vortrag "Reformation in Ingelheim"

 

Dienstag, 15.08.2017, 19.00 Uhr

Hartmut Geißler wird vor allem anhand von Berichten über die verschiedenen Reformationen in Oppenheim die Ereignisse in Ingelheim zu rekonstruieren versuchen, die von den Oppenheimer Berichten mit erwähnt werden. Er befasst sich mit dem lutherischen Reformationsversuch unter Kurfürst Ottheinrich, aber schwerpunktmäßig mit der radikalen calvinistischen Reformation unter Kurfürst Friedrich III., durch die auch der Ingelheimer Grund bis zum Dreißigjährigen Krieg völlig „reformiert“ wurde (Heidelberger Katechismus).

Siehe die Webseiten unter: http://www.ingelheimergeschichte.de/index.php?id=170

 

Vortrag von Vorstandsmitglied Hartmut Geißler, Ingelheim

Ort: Neues WBZ, Neuer Markt 3, Großer Saal

Führung "Die merowingischen Reihengräber in der Rotweinstraße"

 

Mittwoch, 23.08.2017, 17.00 Uhr

Falls die Grabung witterungsbedingt nicht zugänglich ist, erfolgt ein Lichtbildervortrag.

Führung durch den Leiter der Forschungsstelle Kaiserpfalz, Holger Grewe M.A.

Treffpunkt: Rotweinstraße/Ecke Stevenage-Straße

Vortrag „Die Glocken der Ingelheimer Saalkirche"

 

Sonntag, 27.08.2017, 11.00 Uhr

Die Autoren und Herausgeber von „Die Glocken der Ingelheimer Saalkirche“ (Kleine Schrift – Ingelheimer Geschichtsthemen Nr. 10) werden in der Saalkirche über die Veröffentlichung hinausgehende Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit vorstellen.

Kooperation mit der Evangelischen Saalkirchengemeinde.


Vortrag von Vorstandsmitglied Barbara Timm, Ingelheim und Dr. Alexander Krey, Frankfurt

Ort: Saalkirche Nieder-Ingelheim

Vortrag „Auswirkungen der Reformation in Ingelheim 1648-1717"

 

Mittwoch, 30.08.2017, 19.00 Uhr

Die Einführung des Calvinismus unter Kurfürst Friedrich III. mit dem Heidelberger Catechismus 1565 führte bis zum Religionsdeklarationsgesetz vom 21.11.1705 zu einem gesellschaftlichen Wandel in der Kurpfalz. Die neue religiöse Ausrichtung der Bevölkerung zugunsten der calvinistisch-reformierten Konfession veränderte nachhaltig das Zusammenleben in den Orten. In Ober-Ingelheim verloren die Katholiken ihre angestammte Kirche und in Nieder-Ingelheim mussten sich die mehrheitlich Reformierten mit der Rudera der Kreuzkirche zufrieden geben. In diesem Vortrag soll aufgezeigt werden, wie sich diese Kirchenteilung auf das Zusammenleben der Bewohner in beiden Orten auswirkte.

 

Vortrag von Vorstandsmitglied Barbara Timm, Ingelheim

Ort: Neues WBZ, Neuer Markt 3, Großer Saal

Exkursion „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt"


Freitag, 08.09.2017, ab 8.30 Uhr

Im Reformationsjahr 2017 wirft die Sonderausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim einen Blick auf die vorreformatorische Geschichte des Papsttums. Wir erhalten eine Führung durch die Ausstellung sowie am Nachmittag eine Stadtführung.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Vortrag „Der Rheinübergang von 406/07"

 

Mittwoch, 20.09.2017, 19.00 Uhr 

Im ersten Jahrzehnt des fünften Jahrhunderts sammelten sich große germanische Verbände, darunter Vandalen, Alanen und Sueben, rechts des Rheins, überschritten ihn im Winter 406/07 gemeinsam und drangen in römisches Gebiet ein. Jenseits des Flusses angekommen, verwüsteten sie neben Mainz und Worms zahlreiche Städte im heutigen Frankreich und Belgien. Viele Fragen rund um den Rheinübergang sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Der Vortrag fragt nach Gründen, Zeitpunkt und Ort der Invasion.

Vortrag von Vorstandsmitglied Miriam Maslowski, Ingelheim

Ort: Neues WBZ, Neuer Markt 3, Großer Saal

Rundgang durch das ehemalige Reichsdorf Wackernheim

 

Sonntag, 24.09.2017, 11.00 Uhr

Traditionelle Führung am Rotweinfestsonntag in Kooperation mit der Stadt Ingelheim. Im Anschluss gibt es wieder den üblichen Umtrunk mit Brezel.

Führung durch Wolfgang Thomas, Wackernheim

Treffpunkt: Ortsmitte Wackernheim, Dorfgemeinschaftshaus

Vortrag „Denn wer dolmetzschen will, muss grosse vorrath von Worten haben. Martin Luthers Bibelübersetzung und die deutsche Sprache“

 

Mittwoch, 18.10.2017, 19.00 Uhr

Vor 500 Jahren hat Martin Luther seine 95 Thesen zum Ablass veröffentlicht und damit die Reformation ausgelöst. Luthers theologisches Programm seit dem Jahre 1517 führte letztlich in der christlichen Kirche zur konfessionellen Spaltung. Seine sprachliche Leistung – damit ist die Bibelübersetzung (1522: Neues Testament) des Wittenberger Theologieprofessors gemeint – hatte hingegen großen Anteil an der Herausbildung einer einheitlichen und überregionalen Schriftsprache.

Der Vortrag geht einerseits auf Luthers Kampfschriften ein und betrachtet hier einige der von Luther neu geschaffenen Wörter wie „Gottesaffe“ oder „Papstesel“ für den Papst, „Beichthengst“ oder „Götzenknecht“ für katholische Geistliche, „Päpstling“ oder „Papist“ für Anhänger des Papstes.

Kooperation mit dem Museum bei der Kaiserpfalz.

Vortrag von Dr. Rudolf Steffens, Mainz

Ort: Neues WBZ, Neuer Markt 3, Großer Saal

Vortrag „Luther und der Islam“

 

Mittwoch, 08.11.2017, 19.00 Uhr

Nur wenigen ist bekannt, dass Luther sich Zeit seines Lebens auch zu den Türken geäußert hat. Er hat dies getan in Zeiten massiver militärischer Bedrohung Mitteleuropas, aber dann auch in prinzipieller Auseinandersetzung mit dem Islam. Das Reformationsjubiläum bietet Anlass, sich mit Luthers Stellung zu den Türken einmal erneut zu befassen. Was ist überholt, was bleibend aktuell?

Kooperation mit dem Museum bei der Kaiserpfalz.

Vortrag von Prof. Dr. Johannes Ehmann, Heidelberg

Ort: Neues WBZ, Neuer Markt 3, Großer Saal

Gedenkfeier des Deutsch-Israelischen Freundeskreises und der Stadt Ingelheim für die jüdischen Opfer des NS-Regimes

 

Donnerstag, 09.11.2017, 18.00 Uhr

Traditionell nehmen wir an der Veranstaltung des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V. teil und treffen wir uns zur Erinnerung an die Reichspogromnacht von 1938.

Ort: Stele am Synagogenplatz, Ober-Ingelheim

Vortrag „Die Pfalz ist anders – Der Beginn des reformierten Protestantismus in der Kurpfalz“

 

Mittwoch, 13.12.2017, 19.00 Uhr

Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 widmen sich zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen der Person und dem Wirken Martin Luthers. Aus dem Blick gerät dabei leicht, dass der evangelische Glaube breitere Wurzeln hat, zu denen u.a. der reformierte Protestantismus zählt. Für dessen Verbreitung in Deutschland kam der Kurpfalz entscheidende Bedeutung zu, vollzog sie doch als einziges größeres Territorium von reichspolitischem Gewicht um 1563 den Wechsel zum reformierten Bekenntnis.

Der Vortrag zeichnet diesen Wechsel und die daraus resultierende Sonderrolle der Kurpfalz in ihren historischen Kontext nach und informiert über Hintergründe der z.T. leidenschaftlich geführten theologischen Debatte.

Vortrag von Dr. Tobias Schreiber, Mehringen

Ort: Neues WBZ, Neuer Markt 3, Großer Saal

Vergangene Vereinsveranstaltungen 1. Halbjahr 2017

 

Vortrag "Calvinismus in der Kurpfalz. Evangelische aus ganz Europa verändern das Pfälzer Leben"

Dienstag, 31.01.2017, 19.00 Uhr

Die Kurpfalz in der Reformationszeit war eines der zentralen Territorien des refomierten Protestantismus, international vernetzt und von großer Bedeutung für die Entwicklung des Calvinismus in Westeuropa. Zugleich beeinflussten die europäischen reformierten Migranten Kirche, Politik, Wirtschaft und Kultur in der Kurpfalz wesentlich.

Vortrag von Dr. Judith Becker, Mainz

Ort: Fridtjof-Nansen-Haus, Großer Saal

Vortrag: „Volksgemeinschaft im Weinglas? Zur Beziehungsgeschichte von Weinbau und Nationalsozialismus"

 

Mittwoch, 15.02.2017, 19.00 Uhr

„Das besondere Blut aber in dieser Landschaft, (…), das ist unser Wein.“ Mit diesen wenigen Worten brachte der pfälzische Gauleiter Josef Bürckel die Ideologie des Nationalsozialismus und den Mythos Wein zusammen, als er in einem beispiellosen propagandistischen Coup die „Deutsche Weinstraße“ im Oktober 1935 eröffnete. Doch wie stand es jenseits des „schönen Scheins“ von Wein als Volksgetränk tatsächlich um die Förderung von Weinbau und Weinwirtschaft durch die nationalsozialistische Machtwalter in den Jahren 1933 bis 1945? Welche Rolle spielten die in der Weinwirtschaft Tätigen beim Aufstieg und dem Machtausbau der NSDAP? Wer zählte zu den Gewinnern, wer waren die Verlierer? Und was veränderte sich in den Kriegsjahren?

Dem Zusammenhang von Wein, Gesellschaft und Politik in den nationalsozialistischen Jahren widmet sich dieser Vortrag.

Vortrag von Dr. Pia Nordblom, Mainz

Im Anschluss Filmvorführung: „Der Coup des Gauleiters – Die Geburt der Deutschen Weinstraße“ (Julia Melan für den SWR)

Ort: Fridtjof-Nansen-Haus, Großer Saal

Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen

 

Dienstag, 21.03.2017, 19.00 Uhr

Ort: Fridtjof-Nansen-Haus, Großer Saal

Vortrag „Sebastian Münster und Dr. Martin Luther“

 

Mittwoch, 05.04.2017, 19.00 Uhr

Beide lebten in der Zeit des Umbruchs vom Spätmittelalter zur Neuzeit, waren Bauernsöhne und Liebhaber des guten Weines. Ob sich Sebastian Münster und der fünf Jahre ältere Martin Luther jemals begegnet sind, ist nicht belegt; auch fehlt bis heute ein Nachweis über einen möglicherweise stattgefundenen Briefwechsel. Münster hat sich sehr früh mit den Gedanken Luthers identifiziert und bereits zwei Jahre nach der Veröffentlichung die „Dekalog-Predigten“ des frummen geystlichen / vnd hochgelerten man D. Martinum Luther 1520 in einer bewusst einfachen Sprache ins Deutsche übersetzt und damit eine Publikum außerhalb des Klerus erreicht.

Gegen das Verbot der Kirche haben beide, Münster wortgetreu und Luther dem Sinn nach, die Bibel aus der Ursprache übersetzt und wurden daraufhin als Häretiker verurteilt. Luther lobte zwar Münsters Gelehrsamkeit, warf ihm aber eine allzu große Nähe zu den rabbinistischen Träumereien vor. Das trifft auch zum einen für die Spätschrift Luthers „Von den Juden und ihren Lügen“ aus dem Jahr 1539 zu, in der er sich zum anderen in aggressiver und menschenverachtender Weise gegen die Juden wendet. Münster dagegen zeigt sich in seinen Schriften als Wegbereiter der Toleranzidee, auch wenn er in seiner Beurteilung der Juden noch weitgehend von dem judenfeindlichen Klischee seiner Zeit befangen bleibt.

Vortrag von Vorstandsmitglied Reiner Letzner

Ort: nach Ankündigung

Vortrag: "Wie aktuell ist das Urteil deutscher Dichter und Denker über die Deutschen?"

 

Mittwoch, 10.05.2017, 19.00 Uhr

Vor über 50 Jahren wurde die Frage aufgeworfen: „Sind wir noch das Volk der Dichter und Denker?“. Damit wird es aber auch ratsam zu prüfen, was denn deutsche Dichter und Denker über die Deutschen sagen.

Vortrag von Prof. Dr. Johannes Fried, Frankfurt

Ort: nach Ankündigung

„Die Baugeschichte der Burgkirche in Ober-Ingelheim und ihr sozialer Kontext im Mittelalter“

 

Dienstag, 06.06.2017, 19.00 Uhr

Dr. Dr. Hauke Horn von der Universität Mainz wird in seinem Vortrag die Baugeschichte der Burgkirche in Ober-Ingelheim im Licht neuer Forschungsergebnisse betrachten und anhand dessen darlegen, wie im Mittelalter verschiedene soziale Gruppen am Bau der Kirche partizipierten.

Vortrag von Dr. Dr. Hauke Horn, Mainz

Ort: nach Ankündigung