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Der jüdische Friedhof von Großwinternheim


Autor und Fotos: Hartmut Geißler


Auch in der Gemarkung von Großwinternheim gibt es einen alten jüdischen Friedhof, und zwar an dem gerade vom Hofgut Westerhaus nach unten zur Selz verlaufenden Weg, etwas versteckt hinter einer Baumreihe, nicht weit vom alten Rheinweg entfernt.

Bei Beerdigungen haben nach der Erinnerung am Ort die jüdischen Frauen den Trauerzug nur bis zur Selz begleitet.

Auf dem Friedhof wurden die Toten der jüdischen Gemeinden Großwinternheim, Bubenheim und Schwabenheim an der Selz beigesetzt. 43 Grabsteine sind noch erhalten. Die Fläche des Friedhofes beträgt 13,81 ar. Von Großwinternheim aus ist der Friedhof erreichbar über die Fortsetzung der Schloßberger Straße, nach der Selzüberquerung noch ca. 200 m aufwärts, dann nach rechts in Richtung Ingelheim und dann den nächsten Weg wieder nach links aufwärts Richtung Westerhaus.

Der älteste, heute noch lesbare Grabstein stammt von 1853, der jüngste von 1903, Sophie Sauerbach, geb. Keller, aus Lampertheim (unten, links im Bild), die neben ihrem schon früher verstorbenen Mann Abraham aus Schwabenheim hier bestattet wurde. Interessant ist der Name des Steinmetzes auf dem unteren Rand des Gatten-Grabsteines: "J. DIETZ N.-Ingelheim". Daran zeigt sich, dass sich damals auch ein chriftlicher Steinmetz in Nieder-Ingelheim auf die Anfertigung von jüdischen Grabsteinen mit hebräischer Schrift verstand.

alter Grabstein nur mit hebräischer Schrift
Grabstein, bei dem die Schrift ausgemeißelt wurde - warum und wann?