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Eine Anfrage an den Oberhof wegen der Strafe für Straßenraub

 

durch die Schultheißen von Nieder-Ingelheim, Karl B(e)user von Ingelheim, und den Schultheißen von Ober-Ingelheim, Wilhelm (von Ockenheim), aus einem Weistum vom 1443, Febr. 12, (Loersch, Beilage Nr. 7, S. 495):

"Nota uf der strass angegriffen.
Item Karle Buser unser mitscheffengeselle, schultheiss zu Niedern Ingelnheim, und Wilhelm unser mitscheffengeselle, schulthess zu Obern Ingelnheim, haint mit ortel gefragt:
Da einer uf einer frien strassen angrieffe, und der doch nit fiant en ist, und der daruf uf der selben strassen begrieffen wirt mit habender hant, mit jehendem munde, uf frisser dait, wie man mit dem thun sulle, das dem hern, dem lande und dem geme, der das gethan hait, nit unrecht geschee?

Daruf ist mit recht gewiset: das man den mit dem swert richten sulle und uf ein rait setzen."


Erläuterungen:

mitscheffengeselle: Alle Schöffen fassten sich als eine Genossenschaft auf und waren einer des anderen "Geselle".
fiant: Feind
mit jehendem munde: sich zur Tat bekennend (mit bejahendem Munde)
dait: Tat
geme ?

Der Delinquent sollte mit dem Schwert enthauptet werden und sein Körper danach auf ein Rad gesetzt und zur Schau gestellt werden.

 

Gs, erstmals: 22.12.08; Stand: 27.02.17