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Wehrmauerreste in Großwinternheim


Autor und Fotos: Hartmut Geißler


Auch die Adels- und Kirchengüter des Ortes (Groß-) Winternheim, seit alter Zeit zum Ingelheimer Grund gehörig und 1972 der Stadt Ingelheim durch die Gebietsreform beigetreten, waren seit dem Spätmittelalter durch Wehrmauern und Graben gesichert.

Deren einstiger Verlauf lässt sich im Gelände an vielen Stellen noch erkennen, auch wenn der früher mit dichtem "Gebück" aus Feldulmen ("Effen") bepflanzte und dadurch undurchdringliche tiefe Graben an den meisten Stellen zugeschüttet worden ist. Ein mit Wasser gefüllter Graben als Annäherungshindernis schied natürlich bei der steilen Hanglage aus. Vgl. Emmerling 1951. Ihr Verlauf ist auf der Übersichtskarte der Haupt-Informationsstele rot (nachweisbar) bzw. gestrichelt (vermutet) eingezeichnet.

Durch die Neubaugebiete des 20. Jahrhunderts hat sich der Ort zur Selz hinab (auf dem Plan die weißen und zifferlosen Gebiete nach unten) stark ausgedehnt, so dass er nun mehr als die doppelte Grundfläche des mittelalterlichen Ortes einnimmt.

Mauer und Graben verliefen im gestrichelten unteren Bereich parallel zur heutigen Schwabenheimer Straße. Wehrtürme oder die drei Tore sind nicht mehr erhalten. Es waren

- im Nordwesten am Ortrsausgang in Richtung Ingelheim die "Niederpforte",
- im Nordosten zum Mainzer Berg hoch die "Thalpforte" und
- im Süden nach Schwabenheim die "Wasempforte".

 

 

 

 

 

 

Nur an einer Stelle hat sich noch ein gut sichtbares Stück der Wehrmauer erhalten; man erreicht es, wenn man am oberen Ortsende von der Erthaler Straße (Nr. 11 auf dem Plan) nach links über den Flutgraben abbiegt, etwas hinabgeht und in den nächsten Garten links schaut.

Auch dieses kurze Mauerstück vermag einen Eindruck zu vermitteln, wie wehrhaft der gleichfalls vom Adel bewohnte Ort im Mittelalter war.

 

Gs, erstmals: 28.08.11; Stand: 27.02.17