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Albertus Gerrit de Roock


* 1787 Zaltbommel (Holland) … † 1867 Ingelheim

Autorin: Margarete Köhler (2000)
Überarbeitet von Hartmut Geißler (ab 2009)


Als der gebürtige Niederländer Albert Gerhard (Namen auf dem Grabmal: "Albertus Gerrit") de Roock 1841 beschloss, sich mit seiner Frau Theodora Sophia Frederica geb. Knibbe in Ingelheim niederzulassen, war der Vierundfünfzigjährige bereits sehr welterfahren. Dank seines unternehmerischen Geschicks und der Gunst der kolonialpolitischen Verhältnisse hatte er auf Java mit der Zuckergewinnung ein Vermögen erworben, das ihm offenbar einen großzügigen Lebensstil und einen sorglosen Lebensabend erlaubte. Im Jahre 1839 waren die de Roocks mit ihrer Tochter nach Europa zurückgekehrt.

Der Anlass für diese Entscheidung mag Frau de Roocks Gesundheit gewesen sein, möglicherweise jedoch auch der stringente staatliche Dirigismus, der für private Unternehmer die Handlungsspielräume in Java ab 1830 mehr und mehr einschränkte. Was auch immer ihre Beweggründe gewesen waren, in Ingelheim fanden sie, als das Reynier'sche Anwesen (nordwestlich des Ingelheimer Saales) zum Verkauf stand, den Platz, den sie gesucht hatten.

Repro: HV/Gs

Das Ehepaar de Roock war um freundlichen Kontakt zur Ingelheimer Bevölkerung bemüht und stiftete in seiner neuen Heimat durch wohltätige Schenkungen so viel Segen, dass man Herrn de Roock am Tag seiner Goldenen Hochzeit, dem 8. August 1863, zum Ehrenbürger von Nieder-Ingelheim ernannte.

Im Namen des Großherzogs von Hessen-Darmstadt wurde ihm außerdem das Ritterkreuz Erster Klasse Philipps des Großmütigen überreicht. Das Ereignis gestaltete sich zu einem Festtag für ganz Nieder-Ingelheim.

Die de Roocks förderten nicht nur die evangelische und die katholische Kirchengemeinde, sondern auch Vereine und öffentliche Einrichtungen. Bis zur Geldentwertung nach dem Weltkrieg profitierten viele junge Ingelheimer von der de Roock'schen Brautstiftung und der Prämienstiftung für Schulkinder.

Der weitläufige Park, der ihre Villa "Padjarakan" umgab (heute Emmerling'scher Park), war für jedermann zugänglich und konnte sozusagen als öffentliche Anlage genutzt werden.

Foto: Gs

 

 

Als Albert Gerhard de Roock am 22. August 1867 verstarb, erhielt er ein ehrenvolles Begräbnis auf dem Nieder-Ingelheimer Friedhof.

Sein Grabmal (siehe rechts) ist zusammen mit der Grabplatte seiner Frau dort noch auf dem Familiengrab der Familie Emmerling zu sehen.

Die Bevölkerung zeigte durch ihre herzliche Anteilnahme, wie sehr sie das soziale Engagement ihres Ehrenbürgers, das über ein Vierteljahrhundert gewährt hatte, zu würdigen wusste.

Nach ihm ist eine Seitenstraße der Turnierstraße in Nieder-Ingelheim benannt.

 

Literatur


Gs, erstmals: 09.06.09; Stand: 16.02.17